The Witcher, der Hexer
In einer mittelalterlichen Fantasiewelt, die von Elfen, Gnomen, Drachen, Werwölfen, Vampiren... und Menschen bevölkert ist, bewegen sich die Hexer. Von den ersten Kurzgeschichten des polnischen Autors Andrzej Sapkowski bis hin zur Netflix-Verfilmung "The Witcher" ist die Saga weltweit ein großer Erfolg und folgt den Abenteuern von Geralt von Riv, Yennefer von Vengerberg und Ciri, der Prinzessin.
Slawische und internationale Mythologien
Zur Vorgeschichte: Andrzej Sapkowski begann seine Karriere Mitte der 1980er Jahre, als er auf Drängen seines Sohnes eine Kurzgeschichte namens "Wiedzmin" bei einem polnischen Wettbewerb einreichte. Er erhielt nur den dritten Preis, da "Fantasy" damals nicht wirklich ernst genommen wurde - zumindest von der Jury. Das polnische Publikum verliebte sich in sein Werk, und nach etwa 15 Kurzgeschichten baute Sapkowski das Witcher-Universum in einer sechs Romane umfassenden Saga richtig auf.
Um seine Fantasie zu nähren, lässt sich Sapkowski vor allem von der slawischen Mythologie inspirieren, vermischt diese jedoch mit allen möglichen anderen Mythologien und fügt seine eigenen Erfindungen hinzu. So sehen wir eine "Menschen, Elfen, Drachen"-Welt wie in "Der Herr der Ringe", und sie interagieren mit Vampiren und Werwölfen wie in "Twilight" oder "Vampire Diaries".
Die Netflix-Serie mit Henri Cavill (besser bekannt als Superman) in der Hauptrolle begann ihre Produktion im Jahr 2019 und wurde unter anderem in Ungarn und Rumänien gedreht, was den slawischen Wurzeln alle Ehre macht. Beachten Sie, dass Henri Cavill in der vierten Staffel durch Liam Hemsworth als Geralt ersetzt wird.
Was ist ein Hexer?
Ein Hexer oder Witcher beginnt sein Leben als Mensch, durchläuft aber schmerzhafte genetische Mutationen und ein gnadenloses Training, um ein Monsterjäger zu werden. In Wirklichkeit handelt es sich eher um experimentelle Folter als um Mutationen: Durch magische Tränke, Kräuter und Viren müssen die angehenden Hexer überleben. Die Stärksten profitieren von den so gewonnenen Vorteilen:
- Nyktalopie: Sie sind in der Lage, im Dunkeln zu sehen, wie die meisten Monster, die sie jagen.
- Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit stärker ausgeprägt als bei Menschen.
- Verstärkte Sinne
- Beschleunigte Regenerationsfähigkeit, Langlebigkeit
- Immunität gegen Gifte und Krankheiten
Die Hauptfigur Geralt de Riv hielt die Mutationen so gut aus, dass er das "Vergnügen" hatte, sich noch gefährlicheren Experimenten zu unterziehen. Dadurch wurde er blass und sein Haar wurde weiß, was ihm den Spitznamen "Weißer Wolf" einbrachte.
Die Hexenmeister sollen keine menschlichen Emotionen haben, sondern sich nur auf ihre Arbeit konzentrieren, die darin besteht, Monster zu jagen und ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen, dass sie ihre Dienste in dieser monsterverseuchten Welt dem Meistbietenden anbieten.
Aber natürlich wird die Geschichte erst dann interessant, wenn man feststellt, dass die Hexenmeister dennoch Emotionen empfinden. So kommt es, dass Geralt sich um Ciri kümmern muss, die kleine Prinzessin, die ihm als Kind zugedacht war. Zauberer sind nämlich unfruchtbar und Geralt hatte als Gegenleistung für seine Dienste die Adoption eines Kindes, des zukünftigen Sohnes von Prinzessin Pavetta, gefordert. Als sich herausstellte, dass es sich bei dem Kind um ein Mädchen namens Ciri handelte, weigerte sich Geralt, sie zu adoptieren ... kreuzte aber immer wieder ihren Weg, bis er schließlich sein Schicksal akzeptierte.
Schicksale und Diskriminierung
Oder warum ist The Witcher so erfolgreich?
Die Abenteuer von Geralt, seiner Geliebten Yennefer, der mächtigen Hexe, und Ciri, der Prinzessin mit großer Macht, könnten nur eine weitere Iteration eines LOTR-ähnlichen Universums sein. Dennoch sind sie enorm erfolgreich und werden durch Videospiele und eine hochbudgetierte Netflix-Adaption fortgesetzt.
Der Hauptgrund dafür ist, dass The Witcher komplexe und reife Themen erforscht, die Teenager und Erwachsene gleichermaßen ansprechen:
- Schicksal oder die Suche nach dem Sinn: Die Welt des Hexers ist grausam, rücksichtslos, kalt ... also suchen die Charaktere nach sich selbst und versuchen, einen Sinn in ihrer Existenz zu finden. Gibt es das Schicksal wirklich oder ist es nur der Name, der dem Zufall gegeben wurde?
- Diskriminierung: Die Welt des Zauberers ist von zahlreichen Kriegen zwischen Rassen und Menschen geprägt. Doch es kommt auch zu Kreuzungen, und das ist bei der Heldin Yennefer von Vengerberg der Fall. Sie ist halb Mensch und halb Elfe und wurde deswegen von ihrem menschlichen Stiefvater misshandelt.
- Die Familie: Wie baut man eine Familie auf und welche Bande verbinden sie - in einer grausamen und hinterlistigen Welt?
Selbst die erste Adaption als Computerspiel, die 2007 veröffentlicht wurde, war aufgrund ihrer Handlung ein großer Erfolg bei der Kritik. Die Spieler, die in die Rolle von Geralt de Riv schlüpfen können, werden dazu angehalten, Dilemmas zu lösen, wobei ihre Entscheidungen den weiteren Verlauf des Spiels stark beeinflussen. Fortsetzungen wurden für Xbox 360, Playstation 4, Playstation 5 und als Handheld-Version für Nintendo Switch veröffentlicht.
In der Netflix-Serie spielt Henri Cavill Geralt, Yennefer wird von Anya Chalotra gespielt und Ciri von Freya Allan.